Haus D&I
Eingebettet in die Berglandschaft des Voralpenlands entstand auf den Grundmauern eines ehemaligen Gasthauses ein kleines Wohnhaus in Holzbauweise für ein Ehepaar. Die Bauherrin bewirtschaftet seit vielen Jahren umliegende Streuobstwiesen und Waldflächen. Mit dem Neubau konnte sie ihren Wunsch verwirklichen, ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft aus der Stadt in die Natur zu verlegen.
Der Entwurf folgt dem Prinzip größtmöglicher Einfachheit und konsequenter Platzökonomie. Sämtliche Wohnfunktionen sind barrierefrei auf einer Ebene organisiert, einzig eine Galerie ergänzt das Raumprogramm. Auch der bestehende, in den Hang gebaute Eiskeller ist über einen überdachten Rundgang schwellenlos angebunden und Teil des alltäglichen Nutzungsgefüges.
Herzstück des Hauses ist ein großzügiger, lichtdurchfluteter Wohnraum mit Küche. Ein bis unter das Dach reichendes Bücherregal, das Platz für eine Bibliothek von rund 1,7 Tonnen bietet, verbindet diesen Raum visuell und räumlich mit der Galerie und verleiht dem kompakten Gebäude eine unerwartete Großzügigkeit.
Große Verglasungen öffnen den Wohnraum zur Landschaft und Terrassen erweitern ihn in die Natur, sodass der Wechsel der Jahreszeiten unmittelbar erlebbar wird. Dem gegenüber steht ein introvertierter Hof, der nach außen weitgehend geschlossen ist, sich nach innen jedoch als geschützter Zwischenraum öffnet. Er verbindet Küche und Hauswirtschaftsraum barrierefrei mit dem Eiskeller und schafft einen geschützten Platz zum Verweilen.
Das Energiekonzept kombiniert eine Wärmepumpe mit einem Holzofen, der mit Holz aus dem eigenen Bestand beheizt wird. Damit werden sowohl zeitgemäße als auch ortstypische Ressourcen genutzt. So entsteht ein reduziertes, nachhaltiges Wohnhaus, das sich selbstverständlich in die Topografie und Nutzungsgeschichte des Ortes einfügt und den Alltag eng mit der umgebenden Natur verknüpft.




